verlassen werden

„… sie hat mich verlassen und es tut so weh…“

„… er ist jetzt einfach weg..“

„.. nie hätte ich mir gedacht, dass ich einmal den Job verliere und auf der Straße steh..“

Allen ist gemein, dass es plötzlich ganz anders war. Sie trifft uns ganz plötzlich und wir rechnen gar nicht mit ihr – die Lebenskrise. Weiterlesen

Wertvolle 10 Minuten

Es ist kurz nach 5 Uhr früh. Der Nachtdienst war intensiv. Ich habe den Eindruck, ich konnte gut den Menschen beistehen. Es waren viele Gespräche. Jetzt fühle ich mich etwas müde. Da läutet das Telefon.

Ich hebe automatisch ab, melde mich. Es ist eine Anruferin und ich frage sie, wie es ihr geht. Sie erzählt mir, sie hätte kaum geschlafen, müsste in Kürze zur Arbeit und fühle gerade eine Panikattacke in sich aufsteigen. Das einzige, was jetzt Abhilfe schaffen könnte, sei Ablenkung durch ein Telefonat. Weiterlesen

Mitgefühl

„Ich fühle mit Ihnen mit“, antworte ich einer Anruferin, die soeben Ihre Notlage erläutert hat. Sie scheint es zu schätzen und zeigt sich berührt durch diese augenscheinlich so einfachen Worte. Aber was steckt wirklich hinter diesem Satz? Was genau ist Mitgefühl? Weiterlesen

Körper und Psyche sind unzertrennlich!

Wie das schon klingt, ….unzertrennlich…. wie ein Liebespaar etwa…., sich ergänzend, sich treu bleibend, sich gegenseitig hundertprozentig unterstützend…!

Lange Zeit wurden Körper und Psyche  z. B. in der Medizin aber auch in diversen Therapien getrennt betrachtet und  getrennt behandelt.

Heute gibt es bereits zahlreiche interessante Studien über das Zusammenspiel von Körper und Psyche und man weiß wie sehr sie sich gegenseitig beeinflussen können. Höchst spannende Ergebnisse geben Auskunft darüber wie großartig unser Körper funktioniert und agiert um uns möglichst gut und lange durchs Leben zu begleiten.

Mit ganz einfachen Übungen kann man sich selbst davon überzeugen wie der Körper auf die Psyche wirken kann. Wir alle können an Körperhaltungen unserer Mitmenschen Stimmungen erkennen. Nun ist das Großartige daran, dass wir durch Körperhaltung   auch bewusst Stimmung und Gefühle erzeugen können.

Zwei kleine Beispiele: Weiterlesen

Homosexuelle Freunde

Ich habe eine lesbische Freundin und mein Sohn hat einen schwulen Freund. Aber nicht in dem Sinne, dass sie eine Partnerwahl darstellen, sondern in dem Sinne, dass sie Ausdruck einer Freundschaftswahl sind. Sie sind Menschen, mit denen wir gern zusammenkommen und gemeinsam eine gute, meist Freizeit verbringen.

Ich persönlich war immer froh, dass ich nicht homosexuell bin. Ich finde, man und frau kann sich die eigene sexuelle Orientierung nicht aussuchen und dass mir eine heterosexuelle Orientierung zugedacht worden war, empfand ich immer als erleichternd, weil weniger kompliziert und herausfordernd für das Leben in unserer Gesellschaft. Weiterlesen

Gemeinsam im Hamsterrad …

„Derzeit geht es mir mit unserer Beziehung nicht gut. Es fühlt sich an, wie wenn wir auf zwei gleich verlaufenden, aber voneinander getrennten Wegen unterwegs sind. Die Richtung ist dieselbe, irgendwann treffen wir uns vielleicht auch wieder auf einem Weg und gehen miteinander weiter, aber derzeit gibt es wenig Gemeinsames.“

Die Betroffenheit der Anruferin ist spürbar.

Auf welchen Wegen sie und ihr Mann denn gerade unterwegs seien, frage ich.

Sie seufzt tief. Beide sind vollzeitbeschäftigt, beide haben gerade viel Stress im Job und dann ist da noch die Baustelle. Sie bauen gerade Haus, machen vieles selbst und wollen Ende des Jahres einziehen.

Ihre Gespräche drehen sich nur mehr um die To-dos auf der Baustelle und den Stress im Job. „Eh, klar“, meint sie abschließend, „wahrscheinlich geht es auch nicht anders und ist bei allen so. Das wird schon wieder.“ Weiterlesen

Die Grenzen des Zuhörens

Sie kann´s nicht mehr hören. In einer Kampagne der Wiener Linien für mehr Rücksichtnahme, wird dafür geworben, das laute Telefonieren in den öffentlichen Verkehrsmitteln sein zu lassen.

Tatsächlich kann es sehr nervend sein, wenn man in der U-Bahn oder im Zug etwas lesen möchte und nicht umhin kann, gleichzeitig der raumfüllenden Kommunikation eines Fremden zuhören zu müssen. Ich kann´s nicht mehr hören – ist ein Satz, der wohl auch in vielen persönlichen und beruflichen Kontakten gedacht oder gesagt wird.

 Die Stopp-Taste drücken

Weiterlesen

Schadenfreude und Psychohygiene

Sie ist in vielen Kulturen und Religionen geächtet, kommt aber überall vor. Manchmal sind Spiele darauf aufgebaut, wie z.B. das Kartenspiel „Schwarzer Kater“, oder „Mensch ärgere Dich nicht“, auch die moralinsaure Geschichte von Max und Moritz, oder unsere Aprilscherze leben von der Schadenfreude.
Trotz der Ächtung scheint sie aber auch eine heilsame, bzw. reinigende Wirkung zu haben. Es tröstet, wenn man sieht, dass Missgeschicke auch anderen passieren können, es befreit, wenn die Überheblichkeit einmal einen Dämpfer bekommt und es tut gut, wenn jene, welche mit ausgefahrenen Ellbogen durchs Leben gehen, auch einmal den Kürzeren ziehen.

Weiterlesen

Zuhören – was ist dabei wichtig?

Mitten in der Nacht – ein Anruf bei der Telefonseelsorge. Ein offensichtlich alter Mann sagt, dass seine Frau vor zwei Tagen gestorben ist.

Das tut mir leid. Wie geht es Ihnen? Eigentlich möchte ich auch nicht mehr weiterleben. Das Leben hat ja nun gar keinen Sinn mehr für mich. Ich frage ihn nach seiner Frau. Was war sie für ein Mensch? Und dann erzählt er mit ruhiger Stimme, beinahe eine halbe Stunde lang, von ihrem gemeinsamen Leben, von amüsanten Erlebnissen, davon, wie schön sie war, was er alles an ihr geschätzt hat. Es ist wie ein Nachruf voller Liebe, ein Nachklang, wie er nicht würdigender und wertschätzender sein könnte.

Sich selbst zuhören

In so einem Gespräch gibt es keine Lösung, aber eine zutiefst geteilte Lebensgeschichte, die eine Beziehung zwischen dem Erzählenden und der Zuhörenden schafft. Zuhören heißt sich bescheiden, Zeit schenken, ganz präsent sein, wahrhaftig sein. Zuhören heißt, einfach auch einmal still zu sein. Weiterlesen

Bin ich Schuld an der Krankheit meines Kindes?

Eltern von psychisch kranken Kindern stellen sich oft die Frage: Wieviel Schuld habe ich daran?

Dass es in einer Familie eine gewisse Dynamik gibt auf die jedes Familienmitglied Einfluss hat, ist mittlerweile bekannt und auch nachvollziehbar. Systemische Familientherapeuten konzentrieren sich sehr darauf und geben oft das Gefühl dass es allein an diesem System liegt, das diese Krankheit verursacht und festhält.

Mit meinem Baby im Arm war ich so glücklich, dass gerade ich auserwählt wurde, Mutter dieser kleinen Tochter zu werden. Alles wollte ich hundertprozentig richtig machen. Schließlich hatte ich in Kinderpsychologie maturiert, verschlang die neuesten Baby- und Erziehungsratgeber. Sie schrie mehr als andere Babys und bald schon waren Zwänge erkennbar. Verschiedenste Therapieformen, die ganze Familie wurde einbezogen, konnten sie nicht heilen. Es veränderten sich die Symptome, aus Ängsten, Zwängen und Phobien wurde schließlich eine chronische Essstörung, die nach zwanzig Jahren Krankheit den Körper so sehr schwächte, dass meine Tochter daran starb. Weiterlesen