Archiv für den Monat: Juni 2013

Gehört werden

gehoertwerdenWie ist das eigentlich mit dem Zuhören können, wenn jemand von sich erzählt – es muss ja nicht einmal eine Leidensgeschichte sein? Wie sehr versucht sind wir, gleich einmal unser Eigenes einzubringen „Ja, das kenn‘ ich auch“ und pressen unserem Gegenüber schon unsere Geschichte hinein. Oder wir haben gleich Rat-schläge, Belehrungen und Trost parat, weil wir manchmal zu wissen glauben, was unser Gegenüber braucht, um sein Leben in den Griff zu bekommen. Wo das Gespräch zu einem Ping-Pong-Spiel wird und wir letztlich aneinander vorbeireden. Wo keine echte Begegnung und Nähe möglich wird und eigentlich nur Frust und das schmerzliche Gefühl des Unverstandenseins übrigbleiben. Weiterlesen

Aus der Rolle fallen

Peinlich, peinlich!
Peinlich?

Es gibt Situationen die eine gewisse Ernsthaftigkeit erfordern. Gesellschaftliche Gepflogenheiten geben Rollenbilder vor und jede/r von uns ist bemüht, diesen Vorgaben gerecht zu werden.  Das Leben schreibt aber manchmal solche Gepflogenheiten um und bringt uns dazu, „aus der Rolle zu fallen“. Für die meisten ist das ein peinlicher Moment und man würde am liebsten im Erdboden versinken. Für jene, welche daran teilhaben dürfen ist es aber pure Lebensenergie, die da manchmal frei wird. Der ehemalige Schweizer Bundesrat Hans Rudolf Merz zeigt uns, wie lustvoll ein solches Scheitern sein kann. Nehmen wir ihn uns zum Beispiel. Er beweist, die Welt geht nicht gleich unter, wegen irgendwelcher Hoppalas.

Haben Sie Mut und fallen Sie manchmal aus Ihren Rollen, ihre Wolke 142

Von der Ermüdung bis zum Burn out

YinYang #18– gefangen in einer Spirale!?!

Durch einige dieser Faktoren beginnt sich eine Spirale in Gang zu setzen aus der sich der „Erschöpfte“ meist selbst nicht mehr herausholen kann. Oft erkennt der „Gefährdete“ nicht mehr auf welchem Weg er sich befindet und verleugnet die Warnungen von Freunden und Familie.

Durch den Zwang sich und/oder anderen etwas zu beweisen, vernachlässigt der Idealist eigene vitale Bedürfnisse, die seine Lebensfreude stärken würden, und verleugnet sogar, dass er diese hat. Weiterlesen

Aus Worten können Wege werden.

Lebensberatung am Telefon. TelefonSeelsorge – Notruf 142
Die Kunst der Aufmerksamkeit und des Zuhörens

worrtwegeOftmals haben wir es in unseren Telefonaten zu tun mit Geschichten von Verzweiflung und Angst, von (scheinbarer) Ausweglosigkeit, von Verlust und Trennung, von Tod und Trauer. Wir können jedoch Probleme nicht einfach lösen. Aber indem wir zuhören, antworten, nachfragen, Resonanz geben, erleben sich viele Menschen wieder als lebendig und entdecken, dass sie mehr Kräfte haben, als sie dachten. Im Kontakt und im Gespräch erfahren Menschen Nähe, Zuwendung, oft auch einen Anstoß zu neuem Lebensmut. Sehr häufig kommt es schon allein dadurch zu Entlastung und Erleichterung. Weiterlesen

Telefonseelsorge: Online oder Offline?

Die klassische Telefonseelsorge – offline – mit dem Telefonhörer am Ohr hat eine lange Geschichte, ist bekannt und bewährt. Auch ich als Telefonseelsorgerin schätze diese Art der Beratung sehr.

Da habe ich nur die Stimme, ganz nah, die mir allein von ihrem Klang, ihrem Charakter und ihrer Lautstärke viel erzählt. Ich bekomme keine Bilder dazu, schließe meist auch noch die Augen, stimme mich ein, höre, lausche, lasse Pausen zu und rede selbst möglichst wenig.

So intensiv und ausschließlich zu kommunizieren hat seine ganz eigene Qualität. Das intensive und ausschließliche und nicht-wertende Zuhören hat eine heilende Wirkung – ich muss nicht immer eine Antwort parat haben, auch keine Lösung, ich muss nur wirklich präsent sein, mich einlassen, achtsam und spontan reagieren. Oft bin ich selbst erstaunt über die Wirkung dieser Art des Zuhörens. Dass sich die Anrufende, der Anrufer offensichtlich bzw. hörbar erleichtert bedankt – obwohl ich doch nur zugehört habe … Weiterlesen