Gehört werden

gehoertwerdenWie ist das eigentlich mit dem Zuhören können, wenn jemand von sich erzählt – es muss ja nicht einmal eine Leidensgeschichte sein? Wie sehr versucht sind wir, gleich einmal unser Eigenes einzubringen „Ja, das kenn‘ ich auch“ und pressen unserem Gegenüber schon unsere Geschichte hinein. Oder wir haben gleich Rat-schläge, Belehrungen und Trost parat, weil wir manchmal zu wissen glauben, was unser Gegenüber braucht, um sein Leben in den Griff zu bekommen. Wo das Gespräch zu einem Ping-Pong-Spiel wird und wir letztlich aneinander vorbeireden. Wo keine echte Begegnung und Nähe möglich wird und eigentlich nur Frust und das schmerzliche Gefühl des Unverstandenseins übrigbleiben.
Letztlich geht es aber um eine persönliche Haltung des Zuhörens und der Wertschätzung: Das Problem des anderen ganz an mich heranzulassen, auszuhalten und dazubleiben, viel Ohnmacht auszuhalten und dann zu glauben, dass Zuhören alleine schon ein unermesslicher Wert ist und einem Menschen in Not signalisiert: Du bist mir wichtig, ich nehme dich ernst, du bist es wert, und dein Problem, dein Schmerz, deine Verzweiflung dürfen offen daliegen, du darfst dich zeigen, maskenlos und ohne Angst in deiner ganzen Armseligkeit. Hier trägt jemand mit mir meine Last, meine Verzweiflung, mein Unvermögen, mein Verletztsein, unbeschönigt und nicht bewertend.
Aus dieser Haltung heraus können Erlösung, Befreiung und neue Perspektiven möglich werden.
Und so können wir Menschen helfen, das eigene Licht wiederzuentdecken, das sie wieder aus der Dunkelheit herausführt.

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