Archiv für den Monat: August 2015

Demut und Dankbarkeit

Schon seit sehr langer Zeit arbeite ich bei der Telefonseelsorge. Immer wieder bin ich im Laufe der Jahre gefragt worden, ob es nicht sehr anstrengend und belastend ist, sich die Probleme so vieler Menschen anzuhören.

Meine Erfahrung ist, dass es sehr anstrengend wird, wenn man das Gefühl hat, für das Wohl des anderen Menschen verantwortlich zu sein. Wenn ich so mitleide und unbedingt möchte, dass es dem anderen nach unserem Gespräch besser geht, dann macht das nicht nur mir Druck, sondern auch meinem Gesprächspartner.

Denn kurz gesagt: Es darf einem auch einmal schlecht gehen dürfen und es ist dann entlastend, wenn das ein anderer aushält, auch einfach einmal schweigt und nicht sehr gescheit daher redet. Weiterlesen

Alleinsein

„Darf ich kurz mit Ihnen reden, wissen Sie heute fällt mir wieder einmal die Decke auf den Kopf.“ Eine ältere gehbehinderte Frau hat wieder einmal unsere Telefonnummer 142 angerufen. Sie kann nicht mehr alleine aus dem Haus und der Tag wird ihr trotz Heimhilfe und gelegentlichen Besuchern oft sehr lange. Gerne erzählt sie von ihrem Leben, nicht alles war schön, auch darüber möchte sie reden. Weiterlesen

Achtsam zuhören

Über das Helfen habe ich mir im Laufe des Lebens viele Gedanken gemacht. Helfen, das weiß ich heute, ist dann richtig, wenn es auf Augenhöhe geschieht, wenn ich mir nicht besser vorkomme als ein anderer, wenn ich mein Gegenüber respektiere und ernst nehme und nicht glaube, dass ich besser weiß, was für sein Leben gut ist, als er selber. Weiterlesen