SINNSUCHE

Heute ist wieder so ein Morgen wo ich mich frage WOZU.
Wozu aufstehen, wozu Zeitung lesen, wozu wieder in die Tretmühle?
Ich raffe mich dennoch auf und bald vergesse ich bei den Anforderungen, die der Tag an mich stellt, die Fragen.
Ich denke nach: Wann habe ich angefangen nach dem Sinn zu suchen?
Wo habe ich Sinn gefunden?

In den ersten 20 Jahren war ich damit beschäftigt größer und klüger zu werden.
Manchmal habe ich gefragt warum etwas ist, wie es ist. Nachträglich habe ich oft erfahren, dass, was mir fragwürdig schien, für meine Entwicklung gut war.
In den nächsten 10 war mein Leben prall voll: einen guten Beruf finden, den richtigen Partner wählen, 3 Kinder aufziehen, dabei ein Studium mit Kind und Kegel erfolgreich abschließen.
Nebenbei wollte ich mit Gleichgesinnten die Welt verändern.
In 10 weiteren wollte ich alles tun, damit meine Kinder zu glücklichen Menschen werden.
Für andere wollte ich hilfreich sein, im Beruf und im ehrenamtlichen Engagement.
Der Sinn kam von außen ohne darüber nachzudenken.

Dann aber, als ein Kind nach dem anderen selbständig wurde, und ich im „leeren Nest“ saß, begann ich nachzudenken und mich zu fragen, ob das nun alles gewesen ist.
Ich musste meinen Sinn im Inneren finden.
Ich habe bemerkt, immer wenn ich meine Fähigkeiten an andere verschenke, bekommt mein Leben Sinn.
Wo körperliche Kräfte nachlassen, wachsen Geduld und Gelassenheit und immer öfter erfahre ich, dass ich getragen und gehalten bin.
Für mich darf ich sorgen, ohne schlechtes Gewissen, darf mich freuen an dem was schön und gut ist.
Wie die Pflanze auf dem Foto, die diesen Text illustriert, will ich ein bisschen Freude bringen in diese Welt. Das ist ganz einfach: ein freundliches Wort, ein Lächeln, da sein, wenn ich gebraucht werde, Hinschauen, Hinhören und entscheiden was wichtig ist
Ich darf mich freuen, weil mein Leben Sinn hat im Öffnen für Andere, im Tun, Teilen und im Annehmen von Hilfe.
Dann kommt ein kleines Licht in diese Welt und das ist Sinn genug für mich, auch wenn ich ihn zwischendurch aus den Augen verliere, er ist da der Sinn meines Lebens.