Archiv für den Monat: Januar 2018

Ein „guter Rat“ bei alkoholkranken Angehörigen

In der Telefonseelsorge rufen immer wieder Menschen an, deren Angehörige alkoholkrank sind.

„Mein Sohn hat Alkohol- und Spielprobleme … „

„Mein Mann ist Alkoholiker. Betrieb und Haus stehen auf dem Spiel …“

“Meine Frau und ich haben eine Krise. Sie hat Alkoholprobleme. Ihre Unverlässlichkeit und Passivität machen mir am meisten zu schaffen. Wir haben drei Kinder …“

Diese Menschen schildern dann im Weiteren ihr oft erfolgloses Bemühen, ihre Angehörigen vom Alkohol wegzubringen oder sie dazu zu drängen, eine Hilfseinrichtung aufzusuchen.

„Wie soll ich mich verhalten? Was raten Sie mir?“ Solche und ähnliche Fragen werden an die Telefonseelsorge gestellt.

Aus der Erfahrung wissen wir, dass Menschen sich nur helfen lassen, wenn sie es selber wollen und dazu bereit sind. Wenn der alkoholkranke Mensch aus seinem und ihrem Innersten heraus nicht willig ist, etwas zu ändern, sind die besten Hilfseinrichtungen – und diese arbeiten wirklich gut, kennen sich mit allen Facetten der Problematik aus und sind untereinander gut vernetzt – „hilflos“.

Außerdem ja der alkoholkranke Mensch auch zuerst erkennen muss, dass in seinem und ihrem Alkoholkonsum etwas falsch läuft. Verdrängung und Bagatellisierung der Alkoholkrankheit ist ja oft Teil der Problematik. Das Erkennen der Alkoholkrankheit ist der erste und vielleicht wichtigste Schritt bei deren Bewältigung.

„Was soll ich also tun?“, fragen die Anrufer.

Nie müde werden, alkoholkranke Menschen zu ermutigen, sich ihrem Alkoholproblem zu stellen und Hilfe zu holen, professionelle und außerhalb des Familiensystems liegende Hilfe, das ist sicher ein möglicher „guter Rat“.

Und wie schaut es mit den Anrufern selber aus? Anrufern mit alkoholkranken Angehörigen tut es gut, über ihre belastenden Familiensituationen zu reden. Wenn sie gute Zuhörer finden, fühlen sie sich verstanden und erleichtert und haben vielleicht auch neue Handlungs- und Denkimpulse bekommen. Reden hilft. Das ist auch ein „guter Rat“, für alle Beteiligte.

 

FREUNDSCHAFT ODER LIEBE?

„Was ist der Unterschied? Wie merke ich, dass mich der Andere nur als guten Freund sieht, oder „mehr“ ist zwischen uns?“ wird man oft am Telefon gefragt.

Die Verunsicherung ist groß, da die Liebe selten „wie der Blitz“ einschlägt wie wir im Fernsehen oder im Kino erleben. Selbst dann muss es aber auf Dauer gesehen nicht wirklich „LIEBE“ sein. Jeder Partner erlebt seinen Partner anders und dies beginnt schon ganz am Anfang einer Beziehung. Da wir alle anders denken und vor allem anders fühlen, ist ein gewisser Gleichklang darin eine gute Voraussetzung für die Liebe. Wenn nun auch noch die äußeren Vorzüge und die Sympathie entsprechend vorhanden sind, dann wird daraus schon Liebe. Nur für die Dauer der Liebe ist damit noch keine Garantie gegeben, aber vielleicht für die Dauer einer guten Freundschaft. Denn bei der Liebe kommt noch etwas ganz wesentliches dazu und das ist die sexuelle Begegnung zwischen zwei Menschen. Diese kann ebenfalls auf sehr unterschiedlichen Vorstellungen und Phantasien beruhen, sodass ein Gleichklang wiederum für die „große Liebe“ schon eine Voraussetzung ist, nicht aber für die Freundschaft.

Freundschaft ist die Schwester der Liebe. Sie ist genauso stark, doch vielleicht dauerhafter als die Liebe, denn etwas spielt nicht so eine große Rolle wie bei der Liebe und das ist die TREUE.

Den Kopflasten Leichtigkeit zufächeln…

Nach meinem Dienst in der Telefonseelsorge klingt noch ein Thema nach….

Den Kopflasten Leichtigkeit zufächeln

Zwischenraumlos zugepflaster! Last um Last stappelt sich im Kopf. Stopp! Durchschnaufen und den Kopflasten Leichtigkeit zufächeln.

Ein witziger Film, eine interessante Ausstellung, ein Theaterstück, Natur erleben, oder einen Kuchen vom Konditor nach einem Spaziergang genießen…, bringt wieder Leichtigkeit ins Denken.

…lüften Sie Ihr Hirn regelmäßig (?), Ihr I. M. Puls