Archiv für den Monat: April 2018

Ein Blick in eine frühe Kindheit

Ein Anrufer bei der Telefonseelsorge gibt einen Einblick in seine frühe Kindheit. Sie war geprägt von Kränkungen, Verletzungen und Vernachlässigungen, die sich tief eingegraben haben. Immer wieder, mit voller Wucht, bahnen sie sich einen Weg an die Oberfläche.

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Bitte nicht helfen, es ist so schon schwer genug

Manchmal möchten Kinder einfach nur abladen, ohne gleich „wichtige“ Tipps und Anregungen zu erhalten, was die Lösung sein könnte. Dieses Abladen ist ja schon der erste Schritt in Richtung Veränderung und braucht vorerst nicht mehr als „nur“ das offene Ohr.

Gerne kann gemeinsam reflektiert werden, aber dann darf eine Lösung erst einmal wachsen, sich ausbreiten und Kraft aufnehmen und zwar im Kind und mit seinen Möglichkeiten. Die Hand, die ihm aus der Krise hilft ist oft am Ende seines eigenen Armes, aber wir Erwachsenen trauen diesen Armen zu selten.

Beeinträchtigung und Scham

„Ich bin erst zwanzig Jahre alt und brauche schon Hörgeräte auf beiden Ohren, ich schäme mich so dafür!“ Mit diesen Worten beginnt ein junger Mann seine Mailanfrage an die Telefonseelsorge-Onlineberatung. Er ist verzweifelt wegen dieser starken Beeinträchtigung seiner Hörleistung, trägt aber seine Hörgeräte nicht weil er sich dafür einfach zu jung fühlt. Dadurch bekommt er aber nicht alles genau mit, was andere Menschen zu ihm sagen. Er zieht sich zurück, redet lieber nichts um nicht erkennen zu lassen, dass er etwas falsch verstanden hat. Diese Passivität stempelt ihn als Eigenbrötler ab und er leidet sehr darunter – „eigentlich bin ich nicht so…“

Es ist schwierig mit so einer „verdeckten“ Beeinträchtigung offen umzugehen und doch würde sich diese Offenheit lohnen. In einem Gespräch zu wissen, dass mein Gegenüber schlecht hört gibt mir die Möglichkeit mich drauf einzustellen: deutlicher und langsamer reden, nachfragen ob alles verstanden wurde…

Mut lohnt sich! Mut zu mir selbst zu stehen so wie ich bin! Alles gehört zu uns, unsere glänzenden Seiten und das Unperfekte – es macht uns menschlich und nur so können wir einander menschlich begegnen.