Archiv für den Monat: August 2018

Ich kann nicht mehr – Schau gut auf dich, aber wie?

Eine Anruferin erzählt mir von den belastenden familiären Umständen.

Bei meinem Ehemann wurde schon letztes Jahr Alzheimer-Demenz diagnostiziert. Er ist daheim und kann sich noch selber versorgen, während ich arbeiten gehe. Doch ich bemerke, wie er teilweise bereits darauf vergisst, sich das vorbereitete Essen zu wärmen oder seine Tabletten einzunehmen, obwohl sie unübersehbar am Küchentisch liegen. Wie wird das weitergehen, wenn die Krankheit schlimmer wird?

Und mein Sohn macht auch grade so eine schwierige Phase durch. Er arbeitet rund um die Uhr, um ja genug Geld für die Familie heimzubringen.  Die Enkelkinder sind eh so brav, sie sind oft bei mir, wenn ich Zeit habe. Aber die Schwiegertochter! Für sie ist nur ihre Schönheit wichtig, sie gibt großzügig das  Geld meines Sohnes für ihre Kleidung und Kosmetik aus,  vernachlässigt dabei aber die Kinder und den Haushalt. Mein Sohn will sich nun scheiden lassen. Doch wer wird das Sorgerecht für die Kinder bekommen, wer wird auf die Kinder aufpassen, wenn er arbeiten geht?“ Weiterlesen

Kraftwerk in der Hosentasche

Die kleinen Schätze, die in der Hosentasche eines Kindes verborgen sind, haben Kraft! Zwischen einem leckeren Bonbon, einer einsamen Münze und einem eingetrockneten Taschentuch kommt ein abgerissener Knopf aus Messing zum Vorschein. Die Beute der letzten Schatzsuche. Er zaubert dem Knirps ein Lächeln ins Gesicht. Stolz präsentiert er den Fund seinen Freunden und versorgt ihn in seiner Schatzkiste. Dieser Knopf wird lange ein Glücksbringer sein. Wir haben die Kraft, den Dingen Bedeutung zu geben, oder auch nicht. Welche Kraft verleihen sie ihren Dingen?

Der Traum vom Aussteiger-Leben in Australien

„Am liebsten würde ich meine Sachen packen und ein neues Leben beginnen“, erzählt mir die Frau Anfang Dreißig am anderen Ende der Leitung. Probleme in der Partnerschaft und Unzufriedenheit im Job machen ihr seit Monaten zu schaffen. Manchmal möchte sie einfach alles hinschmeißen, ihren Job kündigen, ihre Koffer packen und von neuem beginnen, in die ferne Welt reisen, täglich neuen Menschen begegnen, anregende Gespräche führen und abends den Sonnenuntergang über dem Meer Australiens genießen. Wenn sie auf Facebook die Profile ihrer Freunde und Freundinnen betrachtet, finden sich darunter gesunde Food-Blogger, glückliche Aussteiger, offene Weltenbummler, inspirierende Künstler, mutige Komfort-Zonen-Bezwinger und zufriedene Nomaden aller Art. Weiterlesen

Abschied – mein Kind zieht aus

Tja, nun ist es soweit. Meine Tochter sitzt strahlend in ihrem Auto und legt den Retourgang ein. Das Auto ist voll mit den letzten Sachen, die sie in ihre eigene Wohnung mitnimmt. Und ich, ich stehe in der Haustür und winke. Doch eigentlich ist mir zum Heulen. Jetzt ist sie endgültig ausgezogen! Irgendwie weiß ich ja dass es richtig ist und ich bin auch stolz auf sie, aber ich fühle mich richtig verlassen und elend. Ich gehe ins Haus zurück, was soll ich jetzt anfangen? Es täte mir gut mit jemanden zu reden, nur mein Mann ist in der Arbeit und meine Freundin auch. Meine Mutter würde wohl sagen „reiß dich zusammen, sei doch froh…“, nein ich brauche wen der einfach nur zuhört. Hm, ich habe doch letztens von der Telefonseelsorge gehört. Ich wähle 142 und da hebt eine Frau in meinem Alter ab „Telefonseelsorge, Grüß Gott!“. „Grüß Gott, ich weiß nicht so recht ob ich bei ihnen richtig bin…“. „Ja, was haben sie denn auf dem Herzen?“ „Meine Tochter ist gerade …

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