Masken – eine Form der Realität

Menschen tragen Masken traditionell in der Faschingszeit, besonders bekannt und geschätzt natürlich die Masken aus Venedig – Karneval. Auch mich haben diese Masken in Venedig als Kind fasziniert und gleichzeitig doch abgeschreckt. Sie waren schön, mit Gold und Federn geschmückt, die Menschen, die sie trugen hatten eine stolze Körpersprache und schritten durch die Stadt. Aber eigentlich konnte ich die Menschen, die mit ihren Masken herumgingen, nicht sehen und das verunsicherte mich. Ich konnte die Masken nicht deuten, nicht verstehen und spürte die Realität nicht mehr. Und doch waren die „Maskenmenschen“ in diesem Moment real.

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Diese Erfahrung machen wir doch ab und an auch im Alltag. Wir stehen jemand gegenüber und können sehen, dass alles „schön“ ist und spüren trotzdem Verunsicherung, weil wir nicht wissen, was unser Gegenüber uns gerade signalisiert. Und manchmal sind wir selbst die „Maskenmenschen“. Masken dienen nicht nur dazu etwas zu verbergen, manchmal sind sie real, weil wir in diesem Moment nicht unser wahres Gesicht zeigen wollen. Weil wir uns vielleicht nicht zumuten wollen, weil wir uns selbst noch nicht sicher sind, was wir von uns preisgeben wollen. Masken zu tragen gehört also zur Realität jedes Menschen, wichtig ist es zu erkennen, wann man die Maske absetzen kann.