Mutquelle für einen Umgang mit Angst und Panik

In der Telefonseelsorge vergeht kein Tag, an dem nicht mindestens ein Mensch bei uns angerufen hat, weil er unter Ängsten oder Panikzuständen leidet. Beängstigendes, rasendes Herzklopfen, Schweißausbrüche, Übelkeit, das Gefühl ohnmächtig zu werden, Zittern oder Atemnot, das sind einige der Symptome, die durch die ausgeschütteten Stresshormone im Köper erzeugt werden und aus den Betroffenen ein zitterndes Häufchen Elend machen.

Angst ist grundsätzlich sehr wichtig, damit wir in gefährlichen Situationen gut reagieren können, vielleicht sogar über uns hinauswachsen können. Aber es gibt auch die unbegründete Angst, die zu einer Lebensverhinderung führen kann und deren Ursprünge oft erst in einer Psychotherapie entdeckt und aufgelöst werden können. Dies bedeutet aber auch eine längere psychotherapeutische Arbeit und davor braucht es die Erkenntnis, dass die Ängste ihren Ursprung in der Psyche haben.

Keine körperliche Erkrankung bewirkt diese heftigen körperlichen Reaktionen – das sollte übrigens immer ärztlich abgeklärt werden –  sondern das vegetative Nervensystem, das nicht direkt gesteuert werden kann, reagiert auf Gefahrenreize, die aus der eigenen Innenwelt kommen.  Sich einzugestehen, dass die Psyche solche Zustände erzeugen kann, fällt oft deshalb so schwer, weil viele Vorurteile damit verbunden sind.  „Ich bilde mir das nicht ein…. „ich bin doch nicht verrückt“ …. Sind nur einige der Aussagen, die wir am Telefon hören.  Diese AnruferInnen wissen meist noch immer wenig über die Macht der Gedanken und inneren Bilder und schrecken vor allem davor zurück, dass das irgendwie mit „Psyche“ zu tun haben könnte.  Irgendwie geistert offensichtlich noch immer das alte Stigma vom „Irresein“ in unseren Köpfen.

Ein gutes Beispiel dafür, dass Körper, Seele und Geist eine Einheit sind und miteinander verbunden sind ist das mit der Zitrone: Stell dir vor, du schneidest eine saftige Zitrone auf, siehst dir die Schnittfläche genau an und stellst dir vor, wie du ihren sauren Saft auf deine Zunge träufelst oder sogar in diese Zitrone beißt… –

Was passiert mit dir, wenn das gelingt? Wahrscheinlich wirst du spüren, wie dir das Wasser im Mund zusammenläuft und vielleicht wirst du sogar ein wenig das Saure spüren und es gibt Menschen, die allein bei der Vorstellung davon ihr Gesicht verziehen oder sich schütteln. Voraussetzung dafür ist, dass du in deinem Leben bereits Erfahrungen mit Zitronen gemacht hast. Ist das nicht eine erstaunliche körperliche Wirkung von einigen Worten und inneren Bildern?

Dieses Beispiel hilft manchmal und macht Mut doch in Erwägung zu ziehen, dass die Psyche, das eigene Innenleben, unsere Seele vielleicht einer besonderen Zuwendung und Aufmerksamkeit bedarf.  

In Angst und Panikzuständen gibt es einige Möglichkeiten unser emotionales Zentrum, dass im Zwischenhirn verortet ist, zu beeinflussen. Wir von der Telefonseelsorge haben es uns zur Aufgabe gemacht, dich dabei zu unterstützen, dass du gut für deine Seele sorgen kannst. Rund um die Uhr ist unter 142 jemand für dich da, der mit dir nach einem Weg zu mehr Mut und Zuversicht sucht. Manchmal ist es das vertrauliche Gespräch in der Telefonseelsorge, das den gewünschten Erfolg bringt

Zum Schluss noch ein Literaturtipp zu diesem Thema.  Das bunt illustrierte leicht lesbare Büchlein „Nur Mut! Das kleine Überlebensbuch“ von C. Croos-Müller enthält einfache Übungen die eine Soforthilfe bei Herzklopfen, Angst Panik versprechen.