Archiv des Autors: wolke142

Der Traum vom Aussteiger-Leben in Australien

„Am liebsten würde ich meine Sachen packen und ein neues Leben beginnen“, erzählt mir die Frau Anfang Dreißig am anderen Ende der Leitung. Probleme in der Partnerschaft und Unzufriedenheit im Job machen ihr seit Monaten zu schaffen. Manchmal möchte sie einfach alles hinschmeißen, ihren Job kündigen, ihre Koffer packen und von neuem beginnen, in die ferne Welt reisen, täglich neuen Menschen begegnen, anregende Gespräche führen und abends den Sonnenuntergang über dem Meer Australiens genießen. Wenn sie auf Facebook die Profile ihrer Freunde und Freundinnen betrachtet, finden sich darunter gesunde Food-Blogger, glückliche Aussteiger, offene Weltenbummler, inspirierende Künstler, mutige Komfort-Zonen-Bezwinger und zufriedene Nomaden aller Art. Weiterlesen

Abschied – mein Kind zieht aus

Tja, nun ist es soweit. Meine Tochter sitzt strahlend in ihrem Auto und legt den Retourgang ein. Das Auto ist voll mit den letzten Sachen, die sie in ihre eigene Wohnung mitnimmt. Und ich, ich stehe in der Haustür und winke. Doch eigentlich ist mir zum Heulen. Jetzt ist sie endgültig ausgezogen! Irgendwie weiß ich ja dass es richtig ist und ich bin auch stolz auf sie, aber ich fühle mich richtig verlassen und elend. Ich gehe ins Haus zurück, was soll ich jetzt anfangen? Es täte mir gut mit jemanden zu reden, nur mein Mann ist in der Arbeit und meine Freundin auch. Meine Mutter würde wohl sagen „reiß dich zusammen, sei doch froh…“, nein ich brauche wen der einfach nur zuhört. Hm, ich habe doch letztens von der Telefonseelsorge gehört. Ich wähle 142 und da hebt eine Frau in meinem Alter ab „Telefonseelsorge, Grüß Gott!“. „Grüß Gott, ich weiß nicht so recht ob ich bei ihnen richtig bin…“. „Ja, was haben sie denn auf dem Herzen?“ „Meine Tochter ist gerade …

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Tränen dürfen sein

In manchen Gesprächen oder Chats möchte ich mein Gegenüber an die Hand nehmen und auf einen anderen Weg führen: Weg vom Klagen über verständnislose Angehörige. Weg vom „ist es nicht schrecklich“. Ich versuche geradezu verzweifelt, doch etwas Gutes in der Welt zu finden.

Aber ich spüre ich baue nur eine Mauer, verstehe den Suchenden nicht wirklich.

Ich frage mich WARUM? Weiterlesen

Neugier und Mut tun gut

„Mein Leben ist so eintönig. Jeder Tag gleich: aufstehen, schlafen gehen, dazwischen arbeiten – ein ewiges Durchwurschteln. Die Zeit rinnt durch meine Finger, obwohl nichts Besonders passiert. Früher war das anders, irgendwie lebendiger. “

Kommen Ihnen diese Gedanken der Anruferinnen und Anrufer der TelefonSeelsorge bekannt vor?

Gerade der Frühling bietet sich an, um in kleinen Schritten Neues zu wagen. Hier einige Vorschläge:

Haben Sie in diesem Jahr schon einmal

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Jedes Mal

Jedes Mal,
wenn zwei Menschen einander verzeihen,
ist Weihnachten.
Jedes Mal,
wenn Ihr Verständnis zeigt für Eure Kinder,
ist Weihnachten.
Jedes Mal,
wenn Ihr einem Menschen helft,
ist Weihnachten.
Jedes Mal,
wenn ein Kind geboren wird,
ist Weihnachten.
Jedes Mal, wenn du versuchst, Deinem Leben
Einen neuen Sinn zu geben,
ist Weihnachten.
Jedes Mal,
wenn Ihr einander anseht
mit den Augen des Herzens,
mit einem Lächeln auf den Lippen,
ist Weihnachten.

Aus Brasilien

Einfach „Ich-Sein“ dürfen

Wir verlangen viel von uns: Wir wollen aktiv und voll funktionsfähig sein und dabei möglichst keine Probleme haben, um stark und unabhängig auf andere zu wir
Das Ergebnis davon: Wir verlieren den Zugang zu unserem Selbst, fühlen uns überfordert vom ständigen (un)bewussten Demonstrieren unserer vermeintlichen Stärke und dem Verdecken unserer Probleme. Es geht uns schlecht dabei, aber wir tun weiter – bis es nicht mehr geht und unsere ganze Fassade plötzlich zusammen bricht. Weiterlesen

Ein Blick in eine frühe Kindheit

Ein Anrufer bei der Telefonseelsorge gibt einen Einblick in seine frühe Kindheit. Sie war geprägt von Kränkungen, Verletzungen und Vernachlässigungen, die sich tief eingegraben haben. Immer wieder, mit voller Wucht, bahnen sie sich einen Weg an die Oberfläche.

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Bitte nicht helfen, es ist so schon schwer genug

Manchmal möchten Kinder einfach nur abladen, ohne gleich „wichtige“ Tipps und Anregungen zu erhalten, was die Lösung sein könnte. Dieses Abladen ist ja schon der erste Schritt in Richtung Veränderung und braucht vorerst nicht mehr als „nur“ das offene Ohr.

Gerne kann gemeinsam reflektiert werden, aber dann darf eine Lösung erst einmal wachsen, sich ausbreiten und Kraft aufnehmen und zwar im Kind und mit seinen Möglichkeiten. Die Hand, die ihm aus der Krise hilft ist oft am Ende seines eigenen Armes, aber wir Erwachsenen trauen diesen Armen zu selten.