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Dankbarkeit im Alltag

Wofür bist du heute dankbar?

Dankbarkeit ist ein positives Gefühl und auch eine Lebenshaltung.

Dankbar sein zu können führt zu einer besseren Lebensqualität und erhöht die Lebenszufriedenheit.

Dankbar zu sein ist ein stilles und verborgenes Gefühl. Es verleitet uns meist nicht zu heftigen Gefühlsausbrüchen, aber kann uns doch ein bisschen über den Boden heben.

Dankbarkeit ist auch eine Grundhaltung meines religiösen und spirituellen Lebens, ich bin Gott dankbar für meine Familie, meine Freunde, für meine Gesundheit und für mein friedliches und existenzgesichertes Leben.

Ich kann meine Dankbarkeit in Worten, Gesten und durch meine Mimik ausdrücken. Ich bedanke mich ausdrücklich mit dem Wort „Danke“ oder ich lächle einem lieben Menschen zu. Damit drücke ich meine Anerkennung und Wertschätzung aus.

Heute habe ich einen „Dankbarkeits-Check“ gemacht:

  • Sehr gut geschlafen
  • Ohne Wecker aufgewacht
  • Herrlichen Kaffee am Frühstückstisch getrunken
  • Liebe Worte von einem Arbeitskollegen bekommen
  • Produktive Phase am Nachmittag gehabt
  • Eine echt witzige Whatsapp-Nachricht bekommen
  • Mit meinen Lieben zu Abend gegessen
  • Im Bett gelesen
  • Müde eingeschlafen

Natürlich gibt es in meinem Leben immer wieder Steine, die mir in den Weg gelegt werden und Ziele, die ich nicht erreiche. Natürlich sind das dann große Herausforderungen, meine Dankbarkeit nicht zu verlieren. Und trotzdem bin ich davon überzeugt, dass Dankbarkeit immer ein wichtiger Baustein für (m)ein glückliches Leben bleiben wird.

Dankbarkeit für die kleinen Dinge im Leben

Manchmal kommen wir an einen Punkt im Leben, an dem wir nur mehr die nicht so schönen Dinge sehen, Kummer haben und belastet sind. Das Leben scheint uns dann dunkel und schwer zu sein. Es ist für uns dann oft auch wirklich schwierig, aus dieser Spirale auszubrechen und darauf zu schauen, was wir eigentlich Schönes und Gutes in unserem Leben haben.

Ein kleiner Perspektivenwechsel kann uns manchmal dabei helfen, wieder hoffnungsvoller in die Zukunft zu schauen.  Ein Blick auf die Dinge, die uns Kraft geben, die wir als Ressource in unserem Leben haben und die uns ein (wenn auch kleines) Lächeln auf die Lippen zaubern, kann oft Wunder bewirken. Oft vergessen wir ganz einfach darauf, auch dankbar dafür zu sein, was wir an kleinen und großen Freuden in unserem Leben haben: die Menschen, die uns Kraft geben, die schönen Momente, die wir erlebt haben und erleben oder die Wunder, die uns die Natur gerade jetzt im Frühjahr tagtäglich zeigt.

Legen wir unseren Fokus darauf, DANKE zu sagen und dankbar für all die kleinen Dinge zu sein, die unser Leben lebenswert machen! Sie können uns manchmal unseren Kummer nicht nehmen, aber ein kleiner Lichtstrahl in der Dunkelheit sein, an dem wir uns festhalten können!

Ein Zitat von Francis Bacon macht uns deutlich, dass ein anderer Blickwinkel manchmal eine große Hilfe sein kann: „Nicht die Glücklichen sind dankbar, es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“

Danke, dass Sie mir zugehört haben….

„Danke, dass Sie mir zugehört haben.“ 

„Danke, ich konnte mir alles von der Seele reden und es hat so gutgetan, dass wir auch miteinander gelacht haben.“

Menschen, die bei der TelefonSeelsorge anrufen, sind oft so dankbar, auf einen Menschen zu treffen, der sich Zeit nimmt, der zuhört, der sie ausreden lässt, der beim Sortieren von Gedanken und Gefühlen hilft und der nicht bewertet, was sie richtig oder falsch gemacht haben.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass es ganz und gar nicht selbstverständlich ist, einen guten Zuhörer oder eine gute Zuhörerin zu finden. Eine kleine Geschichte fällt mir dazu ein:

Als Familie sind wir eine Zeit lang nach Kärnten auf einen Bauernhof gefahren. Der Bauer dort war ein alter Mann, der gerne mit den Gästen sprach. Wenn man ihm etwas erzählte, dann schaute er einen an, hörte ganz aufmerksam zu und sagte dann: „Interessant“ – und oft gar nicht mehr.  Wenn man in sein Gesicht sah, dann spürte man, dass er das wirklich ernst meinte. Es schien geradezu so, als würde er dem Gehörten noch wohlwollend nachsinnen.  Und dann hatte man plötzlich das Gefühl, dass das, was man gerade gesagt hatte, wirklich interessant war und dass man selber als Person ja eigentlich auch ganz interessant war. Das war ganz wunderbar.

Durch das interessierte Zuhören und die Wertschätzung dieses alten Mannes fühlte ich mich geschätzt und geehrt.  Dafür bin ich nach all diesen Jahren noch sehr dankbar. Er ist mir ein Vorbild.

„Für euch! Lasst es euch schmecken!“

Ich bin dankbar, denn heute ergab sich wieder die Chance, etwas von der Freude vor vielen Jahren weiterzugeben. Manchmal bietet sich die Gelegenheit, und manchmal schaffe ich es, sie zu nützen.

Der Anlass ist ganz lange her. Damals war ich mit einem brüderlichen Freund mit Interrail unterwegs, einen Monat lang mit dem Zug durch Europa mit recht wenig Geld. Wir schliefen im Zug in unseren Schlafsäcken auf dem Boden und mussten knapp kalkulieren. Oft war es wirklich nur ein knuspriges Brot und frisches Wasser, was wir uns leisten konnten. Gleichzeitig: „Welch ein Genuss, welche Freiheit!

Und dann wollten wir in Oslo in einem Supermarkt den billigsten Käse kaufen. „Der ist wie Gummi! Der Brie ist viel besser!“, sagte ein Mann neben uns. Wir antworteten darauf, dass wir uns den teuren nicht leisten könnten, und dass wir auch mit dem Gummikäse ganz zufrieden wären. Der Mann bestellte ein großes Stück vom Brie, der so cremig und appetitlich aussah, und ließ ihn einpacken. An der Kasse war er dann vor uns, bezahlte und hielt uns den Brie hin. „Für euch! Lasst ihn euch schmecken.“, meinte er freundlich. Es war so berührend. Wir waren so dankbar, so froh über diese Aufmerksamkeit, diese großzügige Geste.

Dieser Mann hat sicher keine Ahnung davon, wie oft ich von ihm und dieser Begegnung erzähle, und wie sehr sie mich motiviert, etwas davon weiterzugeben.

Manchmal ergibt sich die Gelegenheit, es ihm gleich zu tun, sozusagen als Fortsetzung der Freude, die er uns geschenkt hat, oder wie ein „Danke“, das weitergeht.

Demenz – Belastungen für Angehörige

„Weil saubere Schuhe für meine Mutter wichtig sind“

Mitten in der Nacht höre ich Geräusche im Haus. Ich denke: „Mutter, was ist jetzt passiert“.

Seit einem Jahr wohnt meine 86jährige an Demenz erkrankte Mutter bei uns. In meiner Familie haben wir beschlossen, dass sie zu uns kommen soll, nachdem das alleine leben nicht mehr möglich war.

Also mache ich mich auf die Suche, woher die Geräusche kommen. Ich folge dem Licht im Vorraum. Da sitzt meine Mutter auf dem Boden und lächelt selig vor sich hin. Die Schuhe der ganzen Familie sind aus dem Schuhkasten geräumt. Das Schuhputzmaterial liegt verstreut herum. Meine Mutter summt vor sich hin und ist gerade dabei, einen meiner Schuhe zu putzen.

Fassungslos frage ich sie: „Mutter, was machst du da mitten in der Nacht?“ Sie schaut mich an und meint: „Aber Kind, du musst doch saubere Schuhe haben, wenn du aus dem Haus gehst.“ Tränen laufen mir übers Gesicht: Welch eine Fürsorge und welch ein Chaos. Wie lange werden wir das noch schaffen? 24 Stunden – rund um die Uhr da sein und hoffen, dass es ihr gut geht.

Zum Glück können wir uns die Betreuung in der Familie aufteilen. Auch die Nachbarin hilft uns.

In der Gruppe für an Demenz erkrankte Angehörige ist für mich klar geworden: wenn es mir gut geht, kann ich auch gut für meine Mutter da sein. Wichtig ist für mich dabei herauszufinden: Was möchte ich für meine Mutter machen und was nicht. So haben wir z. B. für die Körperpflege die Hauskrankenpflege dazu geholt. Ich nehme mir bestimmte Zeiten für mich und auch mit meinem Mann. So ist unser Familienleben im Augenblick entspannt.

Was noch kommen wird? Wer weiß … notwendiges werden wir dann Schritt für Schritt überlegen. So sehe ich es zumindest jetzt und dass lässt mich gelassen sein. Ich sehe wieder die Schuhe im Vorraum und meine Mutter mitten drin. Ja, meine Mutter hat früher gut auf mich geschaut. Jetzt schauen wir auf sie.

Mitgehen mit den Angehörigen

„Ich pflege meinen Partner schon jahrelang, manchmal glaube ich, dass ich es nicht mehr aushalten kann und am liebsten einfach gehen würde! Was bin ich nur für ein Mensch, dass ich solche Gedanken habe.“

Immer wieder einmal plagen pflegende Angehörige solchen Gedanken, sie trauen es sich fast nicht auszusprechen und fühlen sich dann schlecht, haben den Eindruck zu versagen. Sie sind täglich präsent, hören die Leiden und Schmerzen ihrer Angehörigen und wissen oft nicht, wohin mit ihren eigenen Qualen. Morgen, morgen wird es besser werden und dann habe ich wieder mehr Geduld und Einfühlungsvermögen. „Ich will ja mitgehen, nehme Anteil am kranksein, aber wenn ich selber krank werde, wenn ich nicht auf mich schaue,   “

Wir sollten in unserem Umfeld hinschauen auf solche Menschen, die mit all ihren Möglichkeiten für andere da sind, sich selber leider zu oft vergessen. Diesen Menschen kann auch mit Anerkennung und einer kleinen „Auszeit“ geholfen werden. Auszeit in Form von einem Gespräch, einem offenen Ohr, ein kleiner Spaziergang, und auch einer Möglichkeit mal über das Leben zu lachen. Mitgehen mit den Angehörigen, zumindest einen kleinen Teil des Weges.

Mobbing – Was kann ich tun?

Ein Mobbing-Tagebuch …

Eine Möglichkeit für Menschen, die von Mobbing betroffen sind, ist es ein Tagebuch über die erlebten Vorfälle zu führen. Das macht zwar Arbeit und braucht auch Disziplin, denn du solltest möglichst regelmäßig und detailliert alles aufzuzeichnen, was dir in diesem Zusammenhang widerfahren ist. Das hilft dir nämlich bei der Sicherung von Beweisen, dient deiner Auseinandersetzung und Aufarbeitung der eigenen Situation und kann im Fall einer Anzeige oder für gerichtliche Beweisführung sehr hilfreich sein.

Was wird empfohlen?

Nimm entweder einen Buchkalender mit viel Platz für jeden Tag oder führe ein elektronisches Tagebuch und halte folgendes jeden Tag fest:

Datum und Uhrzeit, weil man sich sonst schon nach einigen Tagen nicht mehr genau erinnert  

Was ist passiert? Schreib den Vorfall möglichst detailliert auf, wer hat was gemacht und wer hat das eventuell noch mitbekommen?

Was hast du empfunden? Beschreib deine körperlichen oder seelischen Reaktionen und wie lange sie angehalten haben.

Welche Folgen hatte das für mich? bist zu z. B. zum Arzt gegangen, krank geworden, musstest freinehmen…

Wen habe ich informiert? Freunde, Familie, ArbeitskollegInnen, Bekannte

Wenn nichts passiert ist, dann bist du den Mobbern vielleicht nicht begegnet oder sie waren nicht da, bitte zeichne auch das auf.

Vergiss auch nicht festzuhalten, wenn dich jemand zu Hause oder in deiner Freizeit unter Druck setzt, weil er dich vielleicht anruft oder dich in den sozialen Medien angreift.

Deine Aufzeichnungen können dir auch dabei helfen, wenn du Hilfe in Anspruch nimmst. So kannst du unter anderem in der Telefonseelsorge nicht nur unter 142 telefonisch Unterstützung bekommen. Seit einigen Jahren gibt es die Onlineberatung mittels Email oder in einem Chat unter www.onlineberatung-telefonseelsorge.at  wo du dich vertrauensvoll hinwenden kannst.

Ich schäme mich zu Tode

Alina ist seit langem mit Max verheiratet. Sie sind beide berufstätig und verstehen sich sehr gut.

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Zum Zeitvertreib surft Alina gerne im Internet und kommt auf eine Kontakt-Plattform, auf der sie einen Mann kennenlernt. Sie schreiben sich regelmäßig. Sie mag es, wie er sich für sie interessiert, wie er ihr Komplimente macht. Sie hat das Gefühl, dass sie einander sehr gut verstehen und sie ihm Dinge anvertrauen kann, die sie Max nicht sagen will. Ja, sie hat das Gefühl, dass er sie liebt. Sie schreiben sich auch ihre erotischen Gedanken und Wünsche. Der Mann bittet Alina im Zuge dessen ihm doch ein Nackt-Foto von ihr zu schicken, was sie auch gerne tut. Für Alina ist das Ganze ein heimliches, prickelndes, aber unschuldiges Abenteuer, nichts, was mit ihrem realen Leben und Alltag zu tun hat. Sie hat überhaupt nicht vor, ihr Leben zu verändern und Max zu verlassen.

Doch dann ändert sich plötzlich alles: Der Online-Mann schreibt ihr, dass sie ihm 5000.-€ auf sein Konto überweisen soll, sonst wird er das Nacktfoto und den Verlauf ihrer Kommunikation an Max und an Alinas Eltern schicken.

Alina ist fassungslos. Sie ruft bei der Telefonseelsorge an, will einfach mit jemandem sprechen. Sie schämt sich so, dass sie nicht weiß, wem sie sich anvertrauen kann. Sie ist froh, anonym bleiben zu können. Alina ist grenzenlos verletzt darüber, dass dieser Internet-Typ so ein „Miststück“ ist, dass er ihr etwas vorgegaukelt hat und sie darauf reingefallen ist. Sie schämt sich so und hat Angst um ihre Beziehung zu Max.

Im Gespräch kommt sie zum Schluss, dass es gut ist, von sich aus mit Max zu sprechen. Von der Telefonseelsorge erhält sie die Adresse von Safer-Internet, www.saferinternet.at, wo sie sich Unterstützung holen kann. Dem Mann kann sie mitteilen, dass sie ihn anzeigen wird, falls er das Foto veröffentlicht.

Mobbing am Arbeitsplatz

Mobbing am Arbeitsplatz bedeutet, dass Betroffene systematischem Psychoterror im Sinne von regelmäßigen Schikanen, Quälen, seelischen Verletzungen und sozialer Isolation ausgesetzt sind. Diese belastende Situation am Arbeitsplatz zieht weite Kreise und beeinflusst nicht nur das Privatleben der Betroffenen stark. Auch die persönliche Gesundheit wird dabei meistens stark in Mitleidenschaft gezogen.

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Bei der Telefonseelsorge rufen Menschen an, die oft schon in einer lang andauernden Mobbinggeschichte stecken und manchmal auch schon so tief unten sind, dass es sogar zu Suizidgedanken kommen kann.
Wie kann es gelingen, dass solche Menschen wieder Boden unter den Füßen spüren und sich nicht mehr als wehrloses Opfer fühlen? Wie können diese Menschen fähig werden, Grenzen zu setzen und STOP zu sagen zu Mobbing und Ausgrenzung?

Ein erster und wichtiger Schritt ist es, dass Sie sich aufmachen und Hilfe suchen. Ein Gespräch bei der Telefonseelsorge, bei dem Sie ungeteilte Aufmerksamkeit, Verständnis und Wohlwollen bekommen, wird als sehr hilfreich empfunden.

Gespräche in der Telefonseelsorge über Mobbing beginnen oft mit Weinen der Anrufenden. Die Gefühle der Ohnmacht, der Angst und der Selbstzweifel sind zu überbordend und kaum aushaltbar. Gelingt ein gutes Gespräch, fühlen sich die Anrufenden am Ende erleichtert und sehen vielleicht sogar manches dann klarer. Einiges hat sich vielleicht auch relativiert. Auf alle Fälle kann die Erfahrung, dass jemand ein Stück des Weges mit und nicht gegen einen geht, ein klein bisschen heilsam sein.


Masken

In Gesprächen mit Freunden erzählt man sich oft Geschichten aus der Kindheit, sie wird dann ganz lebendig und manche Augen beginnen sogar zu leuchten. Aus der Entfernung betrachtet schaut es sowieso abenteuerlicher und spannender aus als es tatsächlich war. So auch die Geschichten vom Fasching, vom Verkleiden, vom ausgelassen sein. Die eigenen Partys waren sowieso der Kracher und die allerbesten. Und das Verkleiden? Ja, für ein paar Stunden eine andere Identität anzunehmen, eine Maske überzuziehen, unerkannt zu sein und irgendwie das Gefühl zu haben, „ich kann tun und lassen was ich will“, war einfach herrlich und abenteuerlich. Masken ermöglichen einem für kurze Zeit aus dem normalen Leben auszusteigen und jemand anders zu sein, und haben weltweit seit Jahrhunderten ihre kulturelle Tradition und Bedeutung. Haben Sie gerade auch eine schöne Erinnerung? Warum gelingt dieses Gefühl der Freiheit und Freude am Leben oft nur in Zusammenhang mit einer „Maske“? Was hindert mich daran, öfters mal auch ohne Maske diesem Gefühl nachzugehen und ausgelassen zu sein? Und wenn Sie mal den Impuls haben etwas „Närrisches“ zu tun, geben Sie ihm ruhig nach und machen Sie sich das Leben ein wenig bunter.