Unser Wissen ist Stückwerk

Nach meinem Dienst in der Telefonseelsorge klingt noch ein Thema nach….

Unser Wissen ist Stückwerk

Das müsste ich doch wissen! Das hätte ich wissen müssen. Das hätte ich doch vorausahnen können! Oder?

Nein, „denn unser Wissen ist Stückwerk“.

Im Leben kommt es nicht in erster Linie auf unser Wissen an.
Das Wichtigste ist immer die Liebe.

…vertrauen Sie Ihrer Liebe (?), Ihre I. M. Puls

Nachsicht

Ich erlebe mich oft sehr verständnisvoll mit anderen. Geht es um Nachsicht mit mir selber, bin ich dagegen meist gnadenlos und höchst kritisch. Ich freue mich, wenn in meinem Team eine hohe „Fehlerkultur“ gelebt wird. Fehler dürfen passieren, sollen aber für andere zur Verfügung gestellt werden, damit man sie nicht wiederholen muss. Das ist sehr förderlich für die Zusammenarbeit!

„Verbocke“ aber ich einmal etwas, dann habe ich plötzlich alles vergessen, was ich an dieser Fehlerkultur so schätze. Tun sie das nicht!

Pflegen Sie einen nachsichtigen und liebevollen Umgang mit sich selbst (?), Ihr I.M.Puls

Ich kann nicht mehr – Schau gut auf dich, aber wie?

Eine Anruferin erzählt mir von den belastenden familiären Umständen.

Bei meinem Ehemann wurde schon letztes Jahr Alzheimer-Demenz diagnostiziert. Er ist daheim und kann sich noch selber versorgen, während ich arbeiten gehe. Doch ich bemerke, wie er teilweise bereits darauf vergisst, sich das vorbereitete Essen zu wärmen oder seine Tabletten einzunehmen, obwohl sie unübersehbar am Küchentisch liegen. Wie wird das weitergehen, wenn die Krankheit schlimmer wird?

Und mein Sohn macht auch grade so eine schwierige Phase durch. Er arbeitet rund um die Uhr, um ja genug Geld für die Familie heimzubringen.  Die Enkelkinder sind eh so brav, sie sind oft bei mir, wenn ich Zeit habe. Aber die Schwiegertochter! Für sie ist nur ihre Schönheit wichtig, sie gibt großzügig das  Geld meines Sohnes für ihre Kleidung und Kosmetik aus,  vernachlässigt dabei aber die Kinder und den Haushalt. Mein Sohn will sich nun scheiden lassen. Doch wer wird das Sorgerecht für die Kinder bekommen, wer wird auf die Kinder aufpassen, wenn er arbeiten geht?“ Weiterlesen

Kraftwerk in der Hosentasche

Die kleinen Schätze, die in der Hosentasche eines Kindes verborgen sind, haben Kraft! Zwischen einem leckeren Bonbon, einer einsamen Münze und einem eingetrockneten Taschentuch kommt ein abgerissener Knopf aus Messing zum Vorschein. Die Beute der letzten Schatzsuche. Er zaubert dem Knirps ein Lächeln ins Gesicht. Stolz präsentiert er den Fund seinen Freunden und versorgt ihn in seiner Schatzkiste. Dieser Knopf wird lange ein Glücksbringer sein. Wir haben die Kraft, den Dingen Bedeutung zu geben, oder auch nicht. Welche Kraft verleihen sie ihren Dingen?

Der Traum vom Aussteiger-Leben in Australien

„Am liebsten würde ich meine Sachen packen und ein neues Leben beginnen“, erzählt mir die Frau Anfang Dreißig am anderen Ende der Leitung. Probleme in der Partnerschaft und Unzufriedenheit im Job machen ihr seit Monaten zu schaffen. Manchmal möchte sie einfach alles hinschmeißen, ihren Job kündigen, ihre Koffer packen und von neuem beginnen, in die ferne Welt reisen, täglich neuen Menschen begegnen, anregende Gespräche führen und abends den Sonnenuntergang über dem Meer Australiens genießen. Wenn sie auf Facebook die Profile ihrer Freunde und Freundinnen betrachtet, finden sich darunter gesunde Food-Blogger, glückliche Aussteiger, offene Weltenbummler, inspirierende Künstler, mutige Komfort-Zonen-Bezwinger und zufriedene Nomaden aller Art. Weiterlesen

Abschied – mein Kind zieht aus

Tja, nun ist es soweit. Meine Tochter sitzt strahlend in ihrem Auto und legt den Retourgang ein. Das Auto ist voll mit den letzten Sachen, die sie in ihre eigene Wohnung mitnimmt. Und ich, ich stehe in der Haustür und winke. Doch eigentlich ist mir zum Heulen. Jetzt ist sie endgültig ausgezogen! Irgendwie weiß ich ja dass es richtig ist und ich bin auch stolz auf sie, aber ich fühle mich richtig verlassen und elend. Ich gehe ins Haus zurück, was soll ich jetzt anfangen? Es täte mir gut mit jemanden zu reden, nur mein Mann ist in der Arbeit und meine Freundin auch. Meine Mutter würde wohl sagen „reiß dich zusammen, sei doch froh…“, nein ich brauche wen der einfach nur zuhört. Hm, ich habe doch letztens von der Telefonseelsorge gehört. Ich wähle 142 und da hebt eine Frau in meinem Alter ab „Telefonseelsorge, Grüß Gott!“. „Grüß Gott, ich weiß nicht so recht ob ich bei ihnen richtig bin…“. „Ja, was haben sie denn auf dem Herzen?“ „Meine Tochter ist gerade …

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Tränen dürfen sein

In manchen Gesprächen oder Chats möchte ich mein Gegenüber an die Hand nehmen und auf einen anderen Weg führen: Weg vom Klagen über verständnislose Angehörige. Weg vom „ist es nicht schrecklich“. Ich versuche geradezu verzweifelt, doch etwas Gutes in der Welt zu finden.

Aber ich spüre ich baue nur eine Mauer, verstehe den Suchenden nicht wirklich.

Ich frage mich WARUM? Weiterlesen

Neugier und Mut tun gut

„Mein Leben ist so eintönig. Jeder Tag gleich: aufstehen, schlafen gehen, dazwischen arbeiten – ein ewiges Durchwurschteln. Die Zeit rinnt durch meine Finger, obwohl nichts Besonders passiert. Früher war das anders, irgendwie lebendiger. “

Kommen Ihnen diese Gedanken der Anruferinnen und Anrufer der TelefonSeelsorge bekannt vor?

Hier einige Vorschläge:

Haben Sie in diesem Jahr schon einmal

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Jedes Mal

Jedes Mal,
wenn zwei Menschen einander verzeihen,
ist Weihnachten.
Jedes Mal,
wenn Ihr Verständnis zeigt für Eure Kinder,
ist Weihnachten.
Jedes Mal,
wenn Ihr einem Menschen helft,
ist Weihnachten.
Jedes Mal,
wenn ein Kind geboren wird,
ist Weihnachten.
Jedes Mal, wenn du versuchst, Deinem Leben
Einen neuen Sinn zu geben,
ist Weihnachten.
Jedes Mal,
wenn Ihr einander anseht
mit den Augen des Herzens,
mit einem Lächeln auf den Lippen,
ist Weihnachten.

Aus Brasilien